Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen

Die Errichtung eines Windparks kann potenziell Auswirkungen auf natürliche Lebensräume, Flora und Fauna haben. In der Schweiz sind Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen obligatorisch, wenn solche Einwirkungen nicht vollständig vermieden oder ausreichend begrenzt werden können. Ziel ist es, beeinträchtigte Lebensräume wiederherzustellen oder neu zu schaffen, um die Biodiversität und das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.

Das Gesetz sieht dabei eine Hierarchie von Massnahmen vor, die als Massnahmenkaskade bezeichnet, wird:

Nachfolgend einige Beispiele von Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen, die für das Projekt festgelegt wurden:

Einschränkung von Störungen für Greifvögel

Vogelarten wie der Wanderfalke, der Steinadler und der Uhu reagieren sehr empfindlich auf menschliche Störungen. Um ihren Bruterfolg zu fördern, werden Massnahmen ergriffen, die den menschlichen Einfluss begrenzen – etwa durch die Sperrung von Kletterrouten und die Installation von Hinweistafeln zur Sensibilisierung. Diese Massnahmen gelten in einem Umkreis von 3 bis 5 Kilometern rund um den Projektstandort.

Abbildung: Beispiel einer Informationstafel (© Schweizer Alpen-Club)

Radar zur Beobachtung des Vogelzugs

Ein Radar zur Überwachung des Vogelzugs wird installiert. Dieses Gerät ermöglicht es, die Bewegungen der Vögel rund um den Standort zu verfolgen und die Windturbinen bei starkem Vogelzug anzuhalten.

Abbildung: SwissBird-Radar der Schweizerischen Vogelwarte (© Schweizerische Vogelwarte)

Abschaltung der Windturbinen während der für Fledermäuse günstigen Zeiten

Fledermäuse sind nachtaktive Tiere, die den Winter gut geschützt in Höhlen verbringen. Mit dem Frühling beginnen sie, kleine Insekten zu jagen. Um diese Säugetiere zu schützen, werden die Windturbinen in der Nacht abgeschaltet, wenn die Bedingungen für ihre Flugaktivität besonders günstig sind.

Abbildung: Braunes Langohr (© Y. Bilat)

Schaffung von gestuften Waldrändern

Am Waldrand beherbergt der Raum, der allmählich vom Gras zu den Bäumen übergeht, zahlreiche Arten und stellt einen wichtigen Bereich für die Biodiversität dar. Ist der Übergang zwischen Gras und dichtem Wald abrupt, verliert der Lebensraum an ökologischer Bedeutung.

Abbildung: Ein gestufter Waldrand (© ennova SA)

Verwertung von Baumaterial

Aus dem beim Bau anfallenden Material werden Murgänge und andere Strukturen geschaffen, um die lokale Biodiversität zu fördern und diese Elemente harmonisch in die natürliche Landschaft zu integrieren.

Abbildung: Trockensteinmauer (© ennova SA)